Kohlendioxidvergiftung

Kohlenstoffdioxid-, Kohlendioxid bzw. CO2-Vergiftung beim Tauchen.

Kohlenstoffdioxid, auch Kohlendioxid oder in gelöster Form umgangssprachlich oft  im Zusammenhang mit kohlendioxidhaltigen Getränken Kohlensäure genannt, ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff (CO2). Kohlenstoffdioxid ist ein unbrennbares, farb- und geruchloses Gas, das sich gut in Wasser löst. Für die Entstehung einer CO2-Vergiftung beim Tauchen gibt es zwei Hauptmöglichkeiten: Entweder ist der CO2-Partialdruck in der Einatemluft erhöht oder es kommt zu einer unzureichende Abatmung (Luftaustausch) des vom Körper produzierten CO2.

Schnorchelverlängerung: Es kommt zu einer CO2-Anreicherung in der Einatemluft, wenn der Totraum der Atemwege von 150 ml durch einen langen Schnorchel unzulässig vergrößert wird. In dieser Situation muss zunächst eine große Menge CO2-reicher Ausatemluft wieder eingeatmet werden, bevor "frisches" Atemgas die Lungenalveolen erreicht.

Angst und Erschöpfung: Eine durch Angst ausgelöste, schnelle und flache Atmung kann zu einer ungenügenden Abatmung des CO2 führen. Bei körperlicher Erschöpfung kann die Atmung ggf. der Belastung und der CO2-Produktion nicht mehr angepasst sein und zum gleichen Ergebnis führen.

Gasdichte: Die mit zunehmender Tauchtiefe erhöhte Atemgasdichte und der dadurch bedingte erhöhte Atemwiderstand verstärkt diese Mechanismen. Die genannten Ursachen bewirken eine schnelle, flache Atmung, die dann zu einen CO2-Rückstau in der Lunge führt. Wie die CO2-Anreicherung im Einatemgas, so führt auch der CO2-Rückstau zum Anstieg des CO2-Partialdrucks im Blut.

Sparatmung: Auch bewusstes Luftsparen beim Tauchen oder häufiges, längeres Luftanhalten können zu einer Erhöhung des CO2-Partialdrucks im Blut beitragen. Man sollte sich bemühen, in allen Situationen unter Wasser möglichst regelmäßig tief ein und aus zu atmen.

Essoufflément ist ein französischer Ausdruck für "außer Atem sein" und bezeichnet eine Form der CO2-Vergiftung, die besonders in größeren Wassertiefen auftritt, wenn dort entweder schwere Arbeit verrichtet wird oder größere Schwimmstrecken zurückgelegt werden. Durch die Tauchausrüstung ist die Atmung tiefenunabhängig ohnehin bereits eingeschränkt. Ab Wassertiefen von etwa 40 m kommt es durch die erhöhte Atemgasdichte zu einer zusätzlichen Belastung der Atemmuskulatur, wenn über längere Zeit eine erhöhte Atemfrequenz und Atemtiefe erforderlich ist. Eine kraftsparende, aber zu flache oder zu langsame Atmung führt dann zu einer zunehmenden Erhöhung des CO2-Partialdruck im arteriellen Blut, da das produzierte CO2 nicht ausreichend abgeatmet werden kann.