Schwangerschaft

Tauchen in der Schwangerschaft:

Obwohl der eindeutige wissenschaftliche Nachweis über schädigenden Auswirkung von Tauchen während der Schwangerschaft fehlt, gilt für schwangere Frauen trotz der fehlenden Eindeutigkeit der bekannten Fakten die Empfehlung, nicht zu tauchen. Dieses 'Nein' begründet sich durch die Gewißheit, daß jede einzelne Gasblase im ungeborenen Baby viel schlimmere Auswirkungen haben kann, als viele Gasblasen in der Mutter. Außerdem wäre eine durch Tauchen während der Schwangerschaft bedingte kindliche Mißbildung ein sehr hoher Preis für das Taucherlebnis. Letztlich handelt es sich bei einer Schwangerschaft ja auch nicht um einen dauerhaften Zustand, sondern um etwas zeitlich absehbar begrenztes, so daß danach wieder unbeschwert getaucht werden kann.

Sollte es jemand trotz des bisher Gesagten absolut nicht ohne zu Tauchen aushalten, so sollte zumindest eine maximale Tauchtiefe von 10 Metern nicht überschritten werden. Es besteht jedoch kein Anlaß dazu in Panik zu geraten, wenn eine aktive Taucherin entdeckt, daß sie schwanger ist. Sie sollte zwar von diesem Moment an mit dem Tauchen pausieren, es besteht jedoch kein Grund zu übertriebener Sorge. Ebenso besteht kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Dennoch soll nochmals darauf hingewiesen sein, daß auf das Tauchen in dieser Zeit ganz verzichten werden sollte. Dies ändert sich auch nicht bei Verwendung anderer Gasgemisch als Luft. Auch und gerade bei der als ‘safe-air’ bezeichneten Nitrox-Mischung oder bei Verwendung des Dräger Atlantis Rebreather Gerätes besteht für schwangere Taucherinnen keine Entwarnung! Durch Verwendung von Safe-Air/Nitrox wird in gewissem Rahmen die Gefahr des Auftretens von Stickstoffbläschen reduziert. Erreicht wird dies durch eine Reduktion des Stickstoffanteils und eine Vergrößerung des Sauerstoffanteiles im Gasgemisch, was eine Erhöhung des Sauerstoffteildrucks im Einatemgas zur Folge hat. Diese Effekt wird mit zunehmender Tiefe stärker, so daß schon in relativ geringer Tiefe deutlich erhöhte Sauerstoffpartialdrücke vorliegen. Genau das kann jedoch zu Schäden beim ungeborenen Kind führen. So können u.a. die Lungenreifung oder die Augenentwicklung beeinträchtigt sein.

Zur Verdeutlichung: In der Frühgeborenen-Behandlung wird die Erblindung des Säuglings durch hohe Sauerstoffkonzentration in der Einatemluft zu Recht sehr gefürchtet. Leider ist Safe-Air also für das Kind in Ihrem Leib nicht safe, die Empfehlung muß daher weiterhin lauten:

Schwanger nicht Tauchen!